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ISBN/EAN: 978-3-939373-27-8
Einband: kartoniertes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
176 S.
Format (T/L/B):
1.7 x 18 x 11.5 cm

Hersteller:
Amra Verlag
heike.ceska@amraverlag.de
Auf der Reitbahn 8
DE 63452 Hanau


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Indigo-Menschen und der Weg aus dem Burnout

Ihr Anderssein ist eine Chance!

9,95 €

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Kapitel 3 Das BurnoutSyndrom bei Lehrern, Eltern und Erwachsenen: Welchen Nutzen bringt es der Menschheit? Als legasthenisch talentierter ADS-Mensch durfte ich das Gefühl kennen lernen, der Schlechteste in der Schule zu sein. Bei meinen 'hervorragenden' schulischen Leistungen war mir der Weg auf eine Universität natürlich verbaut, und so konnte und brauchte ich selbst nicht Lehrer im klassischen Sinn zu werden - und bin es heute doch. Eben ein 'Wahrnehmungslehrer'. Also kann ich nicht aus eigener Erfahrung über das Burnout-Syndrom bei klassischen Lehrern schreiben und nur das wiedergeben, was mir betroffene Lehrer gesagt haben. Andererseits durfte ich jedoch erfahren, dass ausgebrannte Lehrer und Eltern nicht weniger leiden als die Kinder. So ist es irgendwie doch wieder meine eigene Erfahrung, von der ich hier rede - wie bei vielen Lehrern, die erst durch ihre Krankheit anfangen, die Kinder wirklich zu verstehen. Und genau so geht es vielen Eltern. Durch ihr Ausgebranntsein in Folge des Umgangs mit ihren Kindern eröffnet sich auch für sie eine neue Ebene der Kommunikation. Was bedeutet Burnout bei Lehrern? Er zeigt sich oft als Unfähigkeit, den erlernten Beruf weiter ausüben zu können. Viele Lehrer haben lange Jahre ihres Lebens mit Kindern gearbeitet, um ihnen nach bestem Wissen und Gewissen nützliche Dinge für das Leben hier auf der Erde beizubringen. Plötzlich sind sie ausgebrannt, fühlen sich leer und können nichts mehr vermitteln. Sie verzweifeln fast daran. Wenn sie altersmäßig in den Vorruhestand wechseln können, sind sie zumindest wirtschaftlich einigermaßen abgesichert. Wenn das nicht der Fall ist, kommt oftmals auch noch eine wirtschaftliche Not hinzu. Wesentlich ist jedoch die innere Leere: 'Wozu habe ich eigentlich studiert? Wieso kann ich nicht mehr unterrichten?' Eine Lehrerin berichtete mir einmal (mit Tränen in den Augen): 'Mein ganzes Leben habe ich nur Kindern helfen wollen, ins Leben zu finden, und musste eines Tages feststellen, dass ich sie überhaupt nicht richtig erreicht habe.' Das Leid dieser Lehrer ist immens groß. Menschen, die nicht betroffen sind, urteilen da recht schnell: 'Der hat einfach keine Lust mehr. Der will sich auf Kosten anderer ausruhen. Lehrer haben sowieso viel zu viel Ferien, und jetzt wollen sie gar nicht mehr arbeiten.' Lehrer mit diesem gedanklichen Hintergrund gibt es natürlich auch viele, viel zu viele. Was Nicht-Betroffene jedoch nicht wissen ist, dass die ausgebrannten Lehrer wirklich nicht mehr können, und wenn sie noch so gerne wollen. Es geht einfach nicht mehr. Da helfen kein Urlaub und keine Therapie. Es geht nichts mehr. Bei den letzten Sätzen, die ich über Lehrer mit Burnout-Syndrom geschrieben habe, empfinde ich dasselbe, als würde ich über die Kinder schreiben, die so gerne wollen, aber nach den bisherigen Vorgaben einfach nicht können. Für mich als legasthenisch talentierten ADS-Menschen liegt hier auch der Nutzen für die Menschheit verborgen. Ausgebrannte Lehrer und verhaltensauffällige Kinder haben etwas Wichtiges gemeinsam. Sie können in unserem bestehenden System nicht mehr funktionieren. Für einen sensiblen Menschen gibt es nichts Schlimmeres, als nicht mehr gebraucht zu werden. Aber wenn ein Lehrer, der am Burnout-Syndrom leidet, meint, nicht mehr gebraucht zu werden, so irrt er sich. Er wird ebenso gebraucht wie verhaltensauffällige Kinder und Legastheniker. Und gemeinsam lässt sich auch ein Weg finden, wie wir lernen und lehren können. Die Lehrerin, von der ich gerade schrieb, hat für sich einen Weg gefunden, mit legasthenischen und ADS-Kindern zu arbeiten - und sie erreicht sie wieder. Wenn sie jetzt über ihre Arbeit spricht, leuchten ihre Augen. Die Frage 'Wie geht es dir?' brauche ich ihr nicht mehr zu stellen, denn ihre Augen haben mir die Antwort schon lange gegeben. Genauso sagen mir immer wieder Eltern, dass sie durch ihr Kind und mit Hilfe ihres Kindes begonnen haben, sich selbst besser zu verstehen. Aber worin liegt die Herausforderung? Bevor wir uns damit im folgenden Kapitel eingehender beschäftigen, zunächst noch einige Aussagen von Betroffenen. Jasmin, 23 Jahre (Pädagogikstudentin) 'Manchmal halte ich das im Hörsaal nicht mehr aus. Wir lernen, genau die Dinge mit Kindern zu tun, die mich in meiner eigenen Kindheit am meisten gequält haben. Wir sollen die Kinder nach unseren Vorstellungen und gesellschaftlichen Vorgaben formen und dazu den eigenen Willen der Kinder und ihr Selbstbewusstsein brechen. Das ist etwas, was mir als ADS-Frau in meiner Kindheit nicht möglich war und mir auch jetzt als Erwachsene nicht möglich ist. Ich glaube, ich bin eine Indigo.' Anmerkung des Autors: Daraufhin sagte ich ihr, dass es sehr wichtig ist, dass gerade Menschen wie sie, die diese Selbstreflexion zulassen, unsere künftigen Lehrer werden und die Situation an den Schulen verändern. Ein Lehrer Bei einem Vortrag in einem Kindergarten mit gut dreißig Teilnehmern sagte in der anschließenden Diskussion eine Mutter, dass in den Schulen aber eine völlig andere Situation herrsche als in dieser Runde. Mit leiser und ruhiger Stimme meldete sich ein Lehrer: 'Ja, das haben wir jetzt verstanden, deshalb sind wir doch auch hier.' Dieser Satz war so ehrlich und erfüllte den ganzen Raum. Da gab es kein bisschen Platz mehr für gegenseitige Schuldzuweisungen. Bei dieser Veranstaltung waren zwölf Erzieherinnen, sechs Lehrer und Lehrerinnen, betroffene Erwachsene und betroffene Kinder mit ihren Eltern zusammen in einem Raum und fanden Verständnis untereinander und füreinander. Eine Erzieherin in einem Kindergarten 'Gut, dass ich heute Abend dabei sein durfte. Ich habe die Not der Betroffenen gar nicht richtig gesehen. Der junge Mann in der ersten Reihe war als Kind hier in diesem Kindergarten bei mir. Ich kannte ihn als einen glücklichen und lieben Jungen. Heute habe ich die Angst in ihm spüren können und auch Alkohol gerochen. Gut, dass er eine verständige Partnerin hat und den Mut besaß, heute Abend hierher zu kommen und sich zu öffnen.'