Verstreute Blätter - Cover
Vorbestellen

Details

ISBN/EAN: 978-3-8251-5131-7
Einband: gebundenes Buch
Weitere Details
Übersetzer:
Lars-Åke Karlsson
Sprache:
Deutsch
Umfang:
120 S.

Hersteller:
Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH
Produktsicherheit
info@geistesleben.com
Landhausstr. 82
DE 70190 Stuttgart


Weitere Details arrow_forward_ios

Verstreute Blätter

Bertil Ekmans nachgelassene Papiere

18,00 €

Noch nicht lieferbar

Artikel erscheint am 16.11.2026

Beschreibung

Wer Dag Hammarskjöld verehrt, wird Bertil Ekman lieben. Als 1923 die Nachgelassenen Papiere des früh auf einer Bergtour verstorbenen Ekman von seinen Angehörigen und Freunden herausgegeben wurden, scheinen Sie einen tiefen Eindruck auf den 11 Jahre jüngeren Hammarskjöld gemacht zu haben. Es war insbesondere Ekmans Fähigkeit, das Erlebnis der Einsamkeit in der Natur mit dem Motiv der Gemeinschaft zu verbinden, die den späteren UN-Generalsekretär spürbar beeinflusste. Die Aphorismen, Gedichte und essayistischen Skizzen Ekmans zeugen von derselben intensiven Religiosität, derselben Liebe zur Natur und demselben Menschheitsbewusstsein wie Hammarskjölds Zeichen am Weg, denen sie als Modell dienten. Ergänzt um ein Lebensbild, das Ekmans Lehrerin, die Theologin Emilia Fogelklou verfasst hat, ist diese erste deutsche Buchausgabe der Verstreuten Blätter eine geistesgeschichtliche Kostbarkeit.

Leseprobe

Ein unendlicher, strahlender Raum öffnet sich, tausende Menschenaugen strahlen mir entgegen, wie Sterne derer, die ich liebe, derer, die ich lieben sollte, derer, die ich lieben werde. Ich bin sie alle, ich bin Alles. - Jeder Mensch, dem ich auf der Straße begegne, ist auch ein unermesslicher Raum; in diesem Raum befinde auch ich mich. Eines Nachts stand ich und schaute in den nächtlichen Weltraum, ahnend, wie neues Leben aus einem jungen Stern hervorsprang, ahnend, dass das Wachsen, der Sieg, die Niederlage und die Vervollkommnung dieses Lebens von der Reinheit oder Niedrigkeit meines Wesens, der Güte oder Bosheit meines Willens abhängig sind - o, wir haben alle Verantwortung für uns gegenseitig. Und am Morgen gehe ich vorsichtiger und verwunderter einher, denn ich weiß, dass ich dem neugeborenen Leben eines jungen mütterlichen Sternes Pate stand. Ich wandre heim zu silbergrauen Kiefern, wo Wald dem Strand in Buchten folgt, und Schneelicht leuchtet über Lande hin. Nun geht die Sonne heim zum Abend in ihr Nest, gießt aus des Himmels Blut über alle Natur, ein Wintertag in Licht und Schneelandruhe - und weiße Kleider trägt der Festestag! Die Ahnung steigt, nach Worten tastend, sie will bloß jubeln, will bloß seufzen, wie der Frühling, eifrig aus der Wintererde, zu schnell gen Himmel sich will heben. Du Ahnung, schlaf dich rein und stark, vergiss den Herbst, den langen Kampf, schlaf treu und sicher unter Schneelanderde, schlaf im großen, weißen Winterfrieden.